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SVFW – Poseidon Worms

07.11.2009

Abschied mit Distanzkrachern

Die Fürstenfeldbrucker Wasserballer haben ihren Ruf als Pokalschreck einmal mehr bestätigt. Nach einem wahren Pokalkrimi gelang es den Amperstädtern durch ein 10:9 (1;2; 2:2; 4:3; 3:2) gegen Poseidon Worms als verdienter Sieger in die nächste Runde des Südwestdeutschen Pokals einzuziehen. Dabei konnten die Wasserratten zum erneuten Mal einen höherklassigen und somit favorisierten Verein bezwingen.

Von Beginn an entwickelte sich in Ingolstadt ein hochspannendes Duell. Während der gesamten Spielzeit gelang es keiner der beiden Mannschaften sich mit mehr als zwei Toren abzusetzen. So lief alles auf ein Herzschlagfinale hinaus und tatsächlich sollten Freunde spannender Sportereignisse nicht enttäuscht werden. Erst als Torwart Lars Meier fünf Sekunden vor Schluss einen Torschuss aus kurzer Distanz parieren konnte, durften die Wasserratten durchatmen und sich über diesen Erfolg freuen.

„Alles in allem denke ich der Sieg geht in Ordnung. Wir waren insgesamt die bessere und vor allem geschlossenenere Mannschaft“, bilanzierte Kapitän Thorsten Schulz nach dem Spiel. Tatsächlich zeigten die Gastgeber eine flexiblere Spielanlage als die Gäste. „Die haben uns am Anfang ein paar Probleme durch ihren Centerspieler bereitet, aber wir haben dann taktisch umgestellt und das ganz gut in den Griff bekommen“, sagt Schulz.

Neben der reifen taktischen Leistung waren es auch die guten Leistungen einzelner Akteure, die den Unterschied gegen Worms machten. Lars Meier, der in Abwesenheit der etatmäßigen Torsteher Tom Heichel und Axel Steinbach mal wieder ins Tor zurückkehrte, lieferte eine sehr gute Leistung und konnte zahlreiche gefährliche Schüsse der Wormser entschärfen. „Lars hat einfach das Pech, dass er ein guter Schwimmer ist, deswegen muss er wieder ins Feld, sobald die anderen beiden fit sind“, lacht Schulz.

Und dann war da noch Rückraumspieler Markus Strecker. Strecker hat den kräftigsten Wurf im Team der Brucker, „den härtesten Wurf den ich je erlebt habe“, sagt Torwart Lars Meier. An guten Tagen schießt er Tore aus Entfernungen, aus denen andere Spieler das Tor noch gar nicht sehen können. An schlechten Tagen hingegen, unterliegen seine Würfe einer Streuung, neben der eine Schrotflinte getrost als Präzisionswaffe bezeichnet werden kann. Am Samstag erwischte Strecker einen guten Tag. Einen sehr guten sogar. Fünf Treffer steuerte er zum Sieg bei. Das die Freude darüber bei seinen Mannschaftskollegen eher klein ist, liegt an der Tatsache, dass Strecker sein vorerst letztes Spiel für diese Mannschaft gab. „Markus hat einen Job in den USA angenommen“, sagt Schulz. Dieser Abgang schmerzt die Wasserratten in mancherlei Hinsicht. Zum einen ermöglichten Streckers brachiale Distanzwürfe immer wieder einfache Tore, zum anderen verlieren die Wasserratten in ihm einen ihrer besten Centerverteidiger. Auch menschlich, sagt Schulz, ist es schade, dass Strecker den Verein verlässt. So sagt einer leise Servus, der in den letzten Jahren stets zu den Leistungsträgern der Mannschaft zählte und das am Samstag nochmals eindrucksvoll untermauerte. Als Abschiedsgeschenk lässt Strecker das erreichen der nächsten Pokalrunde in Fürstenfeldbruck.

Dort wartet aller Voraussicht nach erneut ein Zweitligist. Auf Markus Strecker wird man dann verzichten müssen. Trotzdem freuen sich die Fürstenfeldbrucker Pokalschrecken schon.

SVFW: Meier, Sammer, Knall (1), Sandor (2), Kautz, Knöllinger, Strecker (5), Schulz, Heusmann (1), Mayer (1), Rosteck

Vorbericht: Alter schützt vor Emotionen nicht

Am Samstag starten die Fürstenfeldbrucker Wasserballer in die neue Saison. Als Auftaktgegner erwarten sie in Ingolstadt zur ersten Runde des Südwestdeutschen Pokals Poseidon Worms. Zwar spielen die Gäste diese Saison in der zweiten Liga, Wasserratten Mannschaftskapitän Thorsten Schulz rechnet sich trotzdem etwas aus: „Die sind als Meister einer recht schwachen Oberliga aufgestiegen, deswegen vermute ich Worms ungefähr auf Augenhöhe mit uns. Eine unüberwindbare Hürde sollte Worms eher nicht sein.“

Auch im weitestgehend Wasserball freien Sommer, galt es für die Amperstädter einige kritische Situationen zu meistern. Im Juni verkündete Trainer Viktor Sandor seinen Rücktritt vom Traineramt. „Ich bin beruflich mehr eingespannt und habe deswegen leider nicht mehr ausreichend Zeit um in jedem Training am Beckenrand zu stehen“, sagt Sandor, der der Mannschaft aber als Spieler erhalten bleibt.

Einen neuen Trainer zu finden war den Wasserratten leider nicht möglich. der Trainermarkt im Wasserball gestaltet sich traditionell recht übersichtlich, zumal in Bayern. „Leider ist das Trainerkarussel nicht so gut gefüllt wie das Weißbierkarussel auf dem Oktoberfest. Es ist sogar komplett leer“, sagt Pressesprecher Fabian Kautz und ergänzt: „Eine Mannschaft mit so vielen erfahrenen Spielern müsste eigentlich auch gut ohne Trainer auskommen.“ Tatsächlich sollte die große Fraktion der Ende dreißig bis Anfang vierzigjährigen über genug Erfahrung verfügen. Aber so Kautz „in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Wasserball einfach so ein geiles Spiel ist, dass es bei uns weder Professoren, Doktoren noch Juristen gelungen ist ihre Emotionen im Griff zu halten.“ Auch die eigentlich zu erwartende Altersweisheit trage nur recht spärliche Blüten.

Deswegen ist es unverzichtbar bei jedem Spiel einen zuständigen am Beckenrand zu haben, der sich um das Coaching kümmert. In Zukunft wird das ein Konglomerat der erfahrenen Spieler erledigen, die sich sowohl im Training als auch im Spiel abwechseln.

Ein erster Test findet am Samstag abend statt. Im Pokalspiel gegen Poseidon Worms.

SVFW: Steinbach, Strecker, Sammer, Knöllinger, Kautz, Mayer, Meier, Sandor, Vogler, Heusmann, Knall, Schulz, Rosteck

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Kategorien: Termine, Wasserball

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