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SG Stadtwerke München II – SVFW

29.01.2010

Zwei Siege und ein Anlass zum Ärgern

Ziel erreicht. Die von Trainer Viktor Sandor eingeforderten zwei Siege konnten Fürstenfeldbrucks Wasserballer am Wochenende erringen. Gegen die SG Stadtwerke München gewannen die Kreisstädter am Freitagabend mit 13:8 (3:2; 3:2; 3:2; 4:2). Tags darauf bezwangen die Brucker den TV Passau mit 13:9 (3:3; 2:4; 4:0; 4:2). Trotz der beiden Siege zeigte sich Trainer Viktor Sandor nur teilweise zufrieden. Gerade das Spiel gegen Passau liegt dem Trainer schwer im Magen.

Sehr gefallen hat ihm dagegen das Spiel gegen München. „Die Münchner sind mit einer sehr gut besetzten zweiten Mannschaft angetreten, ein absolut gleichwertiger Gegner“, sagt Sandor, der den Sieg seiner Mannschaft für verdient hält. Tatsächlich zeigten die Kreisstädter die reifere Spielweise. „Bruck hat heute die einfachen Sachen besser gemacht. Ruhiger Spielaufbau, gutes Positionsspiel und dann der richtige Pass im entscheidenden Moment“, sagte der Münchner Cheftrainer Bernd Metzler nach der Partie. Spielentscheidend war die gute Phase der Wasserratten Anfang des dritten Viertels, als sie ihre Führung durch zwei schnelle Tore auf 8:4 ausbauen konnten. Auf weniger als drei Tore Abstand kamen die Münchner nicht mehr heran. Dementsprechend zufrieden war Trainer Viktor Sandor nach dem Spiel: „Das war eine gute Leistung gegen einen starken Gegner. Wir haben sehr diszipliniert und konzentriert gespielt.“ Zu diesem Zeitpunkt ahnte er noch nicht, wie schnell seine Mannschaft diesen guten Eindruck wieder verwischen kann.

Denn schon am nächsten Tag gegen Passau folgte, was Kapitän Thorsten Schulz „ein grausames Spiel von uns“ nennt. Zwar stiegen die Wasserratten als verdienter Sieger aus dem Becken, doch die Art und Weise, wie dieser Sieg zustande kam, sorgte für erhitzte Gemüter. „Ich habe vor dem Spiel zwei ganz klare Anweisungen gegeben: Zwei Spieler der Gegner dürfen nicht zum Schuss kommen, und im Angriff spielen wir ohne Center, stattdessen aus der Schwimmbewegung“, sagt Trainer Viktor Sandor. „Dann geht das Spiel los und du fragst dich, ob du gerade chinesisch geredet hast.“ Denn die ersten beiden Passauer Tore schoss just einer der angesprochenen Spieler.

Doch nicht nur die Defensive, auch die Offensive ärgerte Sandor gehörig. Vom Zeitpunkt seiner Einwechslung an beschloss ein Wasserratten Spieler, das Spiel als Center zu bestreiten. „Dann macht der vor dem Tor keinen Stich, versperrt uns dafür noch die Schwimmwege, und merkt das noch nicht einmal“, sagt ein verständnisloser Sandor. Leider blieb das nicht der einzige Kritikpunkt. Geradezu fahrlässig gingen die Brucker in der Offensive mit ihren Möglichkeiten um. Reihenweise verfehlten sie das Tor aus besten Schusspositionen. Auch in der Defensive überwogen die Unkonzentriertheiten. „So machst du einen Gegner richtig stark“, sagt Schulz. Tatsächlich führten die Passauer zur Halbzeit mit 7:5.

Dass Viktor Sandor doch deutsch spricht, zeigte sich nach der Halbzeit. Nach einer fulminanten Ansprache des sichtlich und völlig zu Recht erregten Trainers gewann die Wasserratten Mannschaft das dritte Viertel mit 4:0 und legte so den Grundstein für den Sieg. Angefressen war Sandor trotzdem. „Passau ist keine Übermannschaft. Die können eigentlich gar nicht so gut spielen, wie wir sie heute gemacht haben. Ich verstehe einfach nicht, wie so was passieren kann.“ Einer der Gründe kann daran liegen, dass die Brucker für das Passau Spiel auf zahlreiche Leistungsträger verzichteten. „Das war die Abmachung, damit Passau für die Liga meldet“, erklärt Schulz. Als Argument für die grauenhafte Leistung will er das indes nicht gelten lassen. „Unsere Mannschaft war auch so gut genug besetzt, um das Spiel klar zu dominieren. Mit einer halbwegs normalen Einstellung hätte das auch geklappt.“

Die nächste Chance, es besser zu machen lässt nicht lange auf sich warten. Schon am Samstag bestreiten die Wasserratten ihr nächstes Spiel. Zum Auftakt der offenen österreichischen Wasserball Bundesliga gastiert Salzburg in München. Um gegen die Mannschaft aus der Mozart Stadt zu bestehen, bedürfen die Wasserratten einer klaren Leistungssteigerung.

SVFW: Meier, Sammer (1/3), Sandor, Knall (4/-), Rosteck (-/1), Kautz (2/2), Kesberger (2/-), Omlor (-/2), Satzger (-/4), Schulz, Mayer, Vogler (1/1), Gastgeb, Schelhas, Lenz (3/-), Knöllinger, Dressler

Vorbericht: Der Jugend eine Chance

Gleich zweimal steigen Fürstenfeldbrucks Wasserballer an diesem Wochenende ins Becken. Am Freitag treffen die Wasserratten um 20 Uhr auf die SG Stadtwerke München II, am Samstag empfangen die Brucker um 16 Uhr den TV Passau 1862 e. V.. Beide Spiele finden im Anton-Fingerle Bad in München Giesing statt.

Vor dem Wochenende nimmt Trainer Viktor Sandor seine Mannschaft in die Pflicht: „Wir wollen dieses Wochenende vier Punkte holen.“ Dafür müssen die Wasserratten zunächst gegen die SG Stadtwerke München II gewinnen, eine Mannschaft, die dieses Jahr das erste Mal am Spielbetrieb teilnimmt. Dementsprechend schwer fällt Sandor eine Einschätzung: „Wir wissen nicht genau, wer alles in der zweiten Mannschaft spielen wird. Ich tippe aus eine Mischung aus jungen Spielern und alten Haudegen.“ Ein erstes Indiz für das Leistungsvermögen der Münchner sieht Sandor in dem Spiel München gegen Würzburg vom letzten Wochenende. München verlor dieses Spiel mit 7:10. Die Münchner Niederlage fiel indes knapper aus, als jene der Wasserratten gegen Würzburg. Deswegen erwartet Sandor, dass das Spiel gegen die Münchner eine „ganz enge Angelegenheit werden könnte.“

Ganz anders fällt Sandors Prognose für das zweite Spiel des Wochenendes gegen Passau aus. „Da müssen wir gewinnen, ohne Wenn und Aber.“ Zu klar dominierten die Amperstädter ihren Gegner im Mai vergangenen Jahres. Mit 38:5 gewannen die Wasserratten das letzte Aufeinandertreffen. Ein solches Ergebnis erwartet Sandor aber nicht. Damit Passau für die Oberliga meldet, haben sich alle Mannschaften vor der Saison dazu bereit erklärt, gegen Passau auf die Jugend zu setzen. Deswegen werden die Kreisstädter einigen Leistungsträgern ein Pause gönnen. Stattdessen debütieren die beiden 16- jährigen Philip Dressler und Mark Gastgeb. Sie werden zum ersten Mal in einem Pflichtspiel für die Wasserratten antreten.

Seit etwa eineinhalb Jahren wird in Fürstenfeldbruck wieder Jugendarbeit betrieben. Vier sechzehnjährige nehmen regelmäßig am Training teil. „Das ist zwar nicht viel, aber immerhin ein Anfang“, sagt Kapitän Thorsten Schulz. „Wenn wir bald noch ein paar Jungs aus der Schwimmabteilung davon überzeugen könnten, dass immer nur Bahnen schwimmen auf die Dauer recht langweilig ist, dann kann etwas entstehen.“ Bis dahin erwartet Trainer Sandor von Dressler und Gastgeb zunächst „keine Wunderdinge. Mir reicht es, wenn sie ihre Gegner aggressiv decken und sich auf das konzentrieren, was sie gelernt haben.“ Das sollte für einen Sieg gegen Passau reichen.

SVFW: Meier, Sammer, Knall, Kesberger, Kautz, Schelhas, Schulz, Sandor, Heusmann, Mayer, Vogler, Dressler, Gastgeb, Rosteck, Knöllinger, Satzger

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