SVFW – PL Salzburg
| 06.02.2010 |
Österreichischer Nationaltorhüter vernagelt Tor
Trotz einer sehr guten Leistung haben die Wasserballer der Wasserratten Fürstenfeldbruck ihr Auftaktmatch in der österreichischen Bundesliga verloren. Gegen Paris Lodron Salzburg unterlagen die Kreisstädter im Giesinger Anton Fingerle Bad mit 10:14 (1:3; 4:4; 1:3; 4:4).
Dennoch war Trainer Viktor Sandor mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden. „Wir haben eine unserer besten Saisonleistungen gezeigt. Dass wir trotzdem nicht gewonnen haben, lag auch daran, dass der Gegner heute sehr gut war. Allerdings denke ich, dass das Ergebnis am Ende etwas zu deutlich ausgefallen ist.“
Von Beginn des Spiels zeigte die junge Salzburger Mannschaft, für die auch Ex-Wasserratte Christian Bews spielt, ihre Klasse. Nachdem Günther Knall die Wasserratten in Führung geschossen hatte, erzielten die Gäste drei Treffer in Folge und führten nach dem ersten Viertel mit 3:1. Doch die Wasserratten kämpften sich wieder heran und konnten zum 3:3 und später 4:4 ausgleichen. Lediglich zwei Unaufmerksamkeiten kurz vor der Pause bewirkten, dass die Österreicher sich zur Halbzeit einen zwei Tore Vorsprung herausschießen konnten.
Auch nach der Halbzeit spielten die Wasserratten konzentriert und aggressiv weiter. Doch sehr zum Leidwesen der Kreisstädter spielte sich ein Mann immer weiter in den Vordergrund: Salkan Samardzic, Torhüter der Gastgeber und aktueller österreichischer Nationaltorwart. Durch eine Reihe herausragender Paraden brachte er die Kreisstädter schier zur Verzweiflung. „Da ging einfach irgendwann fast nichts mehr rein, als hätte der Bretter vors Tor genagelt“, ärgerte sich Günther Knall nach dem Spiel. „Wenn wir unsere Chancen besser verwertet hätten, wäre mit Sicherheit mehr drin gewesen“, sagt Mannschaftskapitän Thorsten Schulz. „Trotzdem muss man anerkennen, dass Salzburg die bessere Mannschaft war, mit dem besten Spieler im Tor.“
Doch auch Lars Meier, der Torhüter der Fürstenfeldbrucker zeigte eine sehr gute Leistung und einige spektakuläre Paraden, unter anderem auch gegen Christian Bews, der aus fünf Metern freistehend an Meier scheiterte, sehr zur Freude seiner ehemaligen Mitspieler aus Fürstenfeldbruck. Denn eines der erklärten Ziele der Amperstädter war, ihrem vormaligen Mitspieler kein Tor zu ermöglichen. Das gelang nicht. In der zehnten Spielminute traf Bews zum 4:3 für Salzburg und legte in der zwanzigsten Spielminute sogar noch ein Tor, zum 10:6 für Salzburg, nach. „Christian hat ein gutes Spiel gemacht und leider zweimal gezeigt, dass er ein bisschen was gelernt hat“, sagt Schulz nach dem Spiel. Zum direkten Duell im Wasser zwischen Bews und seinem ehemaligen Jugendtrainer Schulz kam es leider nicht. „Christian war immer bei einem anderen Gegenspieler, wenn ich im Wasser war. Ich werte das mal als Zeichen für seine Spielintelligenz“, lacht Schulz.
Dass die Wasserratten nach diesem Wochenende keine Punkte haben würden, „war im Grunde genommen eingeplant“, sagt Sandor. Die Tatsache aber, dass seine Mannschaft gegen die eigentlich favorisierten Salzburger ein enges und offenes Spiel gestalten konnte, stimmt den Trainer sehr zuversichtlich. „Man hat gesehen, dass wir auch sportlich durchaus in die Bundesliga gehören. Wenn auch nur in Österreich.“
SVFW: Meier, Sammer (2), Sandor, Knall (2), Kesberger, Kautz (1), Satzger (1), Schulz, Heusmann, Lentz (4), Mayer, Vogler, Bär
Auf ein Wiedersehen der besonderen Art freuen sich die Wasserballer der Fürstenfeldbrucker Wasserratten. Am Samstag starten die Kreisstädter gegen Paris-Lodron Salzburg in die Saison 2010 der offenen österreichischen Staatsmeisterschaft. Dabei treffen die Brucker auf ihren ehemaligen Mitspieler Christian Bews, der nun für Salzburg spielt. Anpfiff ist um 16:30 Uhr im Anton Fingerle Bad in München Giesing.
Vor dem Spiel sieht Viktor Sandor die Österreicher in der Favoritenrolle. „Salzburg ist einer der heißen Anwärter auf die österreichische Meisterschaft. Eine sehr gute Mannschaft, die in Deutschland mit Sicherheit in der zweiten Liga mithalten könnte.“ Im letzten Jahr gewannen die Salzburger beide Begegnungen mit den Wasserratten. Damals freilich ohne Christian Bews, der zu dieser Zeit in Kanada studierte. Seit Beginn des Wintersemesters ist er wieder zurück in Salzburg. Auf das Spiel am Samstag gegen seine alten Kameraden freut er sich besonders: „Ich bin heiß wie Frittenfett. Den Termin hab ich seit November ganz dick angestrichen“, sagt Bews, der sich einiges vorgenommen hat: „Ich will auf jedem Fall ein Tor schießen.“ Ein Vorsatz, den die Wasserratten um Mannschaftskapitän Thorsten Schulz natürlich verhindern wollen. Zumal sie die Spielweise von Bews ganz genau kennen.
Mit knapp zehn Jahren begann der heute 24-jährige in Fürstenfeldbruck das Wasserballspielen. Sein Trainer damals: Thorsten Schulz. „Schulze hat mir die Grundzüge des Spiels erklärt“, sagt Bews, während Schulz lachend einwirft, „wir werden ja sehen, ob du´s mittlerweile endlich verstanden hast.“ Nach einigen Jahren in der Jugend spielte Bews vier Jahre in der Herrenmannschaft der Kreisstädter, bevor er, Studienplatz bedingt, nach Österreich wechselte. Für Bews auch sportlich ein Erfolg. „Salzburg spielt auf hohem Niveau und dadurch, dass wir so eine junge Mannschaft haben, können wir ganz anders Gas geben.“ In Salzburg zählt der 24-jährige schon zu den älteren, erfahrenen Spielern, in Bruck wäre er einer der jüngsten. Und doch muss Bews eine bittere Pille schlucken. Bisher konnte er mit Salzburg keinen Titel erringen, mehr als die Vizemeisterschaft und das Finale des österreichischen Pokals war nicht drin. Die Brucker hingegen gewannen den bayerischen Wasserballpokal.
Der Kontakt nach Fürstenfeldbruck riss trotzdem nie ab. Wenn Bews im Sommer nach Schöngeising kommt, trainiert er stets bei den Wasserratten. Bews war es, der den Kontakt der Fürstenfeldbrucker zu österreichischen Wasserballfunktionären herstellte. So ermöglichte er den Kreisstädtern, neben der Oberliga Bayern, auch in der nun offenen österreichischen Staatsmeisterschaft mitzuspielen.
Bereits zum zweiten Mal treten die Brucker nun auch in Österreich an. Im letzten Jahr erreichten die Brucker einen beachtlichen dritten Platz in der Weststaffel, verpassten dadurch aber die Qualifikation für die Play-offs um die Meisterschaft. „Ganz vorne mitzuspielen wird auch dieses Jahr sehr schwer“, sagt Sandor. Zu groß ist nach seiner Einschätzung die Distanz zu Vereinen wie Salzburg und Innsbruck. Trotzdem wollen die Wasserratten das Spiel so knapp wie möglich halten. Wie das gelingt, weiß Sandor: „Wir müssen vor allem effizient Spielen und schauen, dass wir das Spiel beruhigen, um keine Kontertore zu ermöglichen.“ Weiter fehlen wird den Wasserratten dabei Stammtorwart Tom Heichel, der an einer langwierigen Verletzung im Ellenbogen laboriert. Wie schon am letzten Wochenende wird Lars Meier ihn zwischen den Pfosten vertreten.
Eins ist auf jeden Fall klar. Christian Bews wird von seinen alten Kameraden im Wasser nichts geschenkt bekommen. Mannschaftskapitän Thorsten Schulz hat noch einen anderen Plan. Er will gegen seinen ehemaligen Zögling Christian Bews spielen. „Ich hab auf jeden Fall noch paar Tricks parat, die er noch nicht kennt“, sagt Schulz.
SVFW: Meier, Sammer, Sandor, Knall, Kesberger, Kautz, Satzger, Mayer, Vogler, Heusmann, Lentz, Bär, Schulz
