Wasserballer Jugend zeigt Herz gegen Übermacht

Jugend zeigt Herz gegen Übermacht – Bittere Ausfälle und wertvolle Erfahrungen für die Brucker Wasserballer

Ein schwieriges Wochenende liegt hinter den Wasserballern der Wasserratten aus Fürstenfeldbruck. Gleich mehrere kurzfristige Ausfälle stellten die Verantwortlichen vor große Herausforderungen. Stammtorhüter Axel Steinbach musste krankheitsbedingt passen, Centerstütze Daniel Müller war berufsbedingt verhindert, und auch Trainer Viktor Sandor konnte wegen einer Grippeerkrankung bei beiden Spielen nicht an der Seitenlinie stehen. Unter diesen Voraussetzungen waren die Startbedingungen alles andere als ideal.

Im ersten Spiel ging es gegen die zweite Vertretung der SG Stadtwerke München, deren Team überwiegend aus Spielern der ersten Herrenmannschaft bestand. Neun Akteure sind dort auch in der Landesliga aktiv und spielen regelmäßig in der Wasserball-Liga Süd. Entsprechend hoch war die Qualität des Gegners.

Trotzdem gingen die Brucker die Partie couragiert an. Besonders hervorzuheben war Spiros Konstantinidis, der als Feldspieler kurzfristig ins Tor rückte und dort mit einer starken Leistung überzeugte. Mit großem Einsatz hielt er seine Mannschaft lange im Spiel.

Nach ausgeglichenen Anfangsvierteln kämpfte sich Fürstenfeldbruck im dritten und vierten Abschnitt noch einmal heran. In dieser Phase hätte sich das Spiel sogar wenden können. Präsident Christian Bews hatte gleich zweimal vom Fünf-Meter-Punkt die Chance den Rückstrand ausreichend zu verkürzen, vergab jedoch beide Würfe. Im direkten Gegenzug kassierte das Team anschließend auch noch Kontertore – damit war die Hoffnung auf ein Unentschieden oder sogar einen Sieg dahin.

Am folgenden Tag beim Auswärtsspiel gegen SV05 Würzburg II fehlte mit Mark Gastgeb ein weiterer Spieler. Dank zahlreicher Jugendspieler konnte die Mannschaft dennoch aufgefüllt werden.

Auch in Würzburg wollten die Brucker attraktiven und engagierten Wasserball zeigen – was lange Zeit auch gelang. Zwar erspielte sich das Team gute Chancen, ließ jedoch im Abschluss die nötige Konsequenz vermissen. Defensiv machte sich erneut das Fehlen eines gelernten Torhüters bemerkbar, was der Gegner eiskalt ausnutzte.

Im Gegensatz zum Vortag konnte Christian Bews hervor, der diesmal alle seine Fünf-Meter-Würfe verwandelte.

Den Abschluss eines langen Spieltages bildete am Abend das U16-Spiel gegen die Nachwuchsmannschaft aus Würzburg. Die Brucker konnten sich dabei mit vier Spielern aus Augsburg verstärken, um überhaupt konkurrenzfähig antreten zu können.

Der Leistungsunterschied war dennoch deutlich. Um einen Vergleich zu ziehen: Es war in etwa so, als würde die U16 des FC Bayern München gegen die U16 des 1. FC Fürstenfeldbruck antreten. Auch die Trainingsbedingungen sprechen klar für die Unterfranken, die mehrmals pro Woche trainieren können, während die Brucker und Augsburger meist nur ein- bis zweimal wöchentlich im Wasser sind.

Trotzdem zeigte die junge Mannschaft große Moral und Kampfgeist. Besonders Torhüter Raphael Cacciato aus Augsburg verhinderte mit zahlreichen Paraden eine noch höhere Niederlage. Mit starken Reflexen hielt er sein Team lange im Spiel.

Auch wenn die Ergebnisse an diesem Wochenende nicht zugunsten der Brucker ausfielen, bleibt vor allem eines: wertvolle Erfahrung. Gerade für die vielen jungen Spieler, die teilweise überhaupt zum ersten Mal ein offizielles Ligaspiel absolvierten, waren die Einsätze gegen starke Gegner enorm wichtig.

„Solche Spiele bringen uns weiter“, lautete das Fazit des Jugendtrainers Christian Bews. Durch Spielpraxis und Wettkampfhärte entwickeln sich die Talente weiter und lernen, mit Drucksituationen umzugehen.

Unter dem Strich zeigten sowohl die Herren als auch die Jugend trotz schwieriger Rahmenbedingungen Herz, Zusammenhalt und Einsatzwillen. Gegen personell und strukturell überlegene Gegner wie München und Würzburg war letztlich unter diesen Voraussetzungen wenig zu holen – doch die gesammelten Erfahrungen könnten sich in Zukunft als unbezahlbar erweisen.

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