– Wenn Schwimmen zur Mannschaftssache wird
Es gibt Wettkämpfe, bei denen Zeiten zählen. Und es gibt Wettkämpfe, bei denen etwas viel Größeres im Mittelpunkt steht. Die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Schwimmen – kurz DMS – gehören eindeutig zur zweiten Kategorie. Hier schwimmt niemand nur für sich selbst. Jede Strecke, jeder Anschlag, jede Sekunde fließt in Punkte um, die am Ende für das gesamte Team zählen. Es geht um Verantwortung füreinander, um Zusammenhalt und um die Bereitschaft, auch dann noch alles zu geben, wenn der Körper längst nach Pause schreit. Genau das macht die DMS so besonders – und genau das machte diesen Tag für die Fürstenfeldbrucker Wasserratten unvergesslich.
Am 14. Dezember ging es für die Damenmannschaft ins Bambados nach Bamberg. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte startete ein Team der Wasserratten in der DMS Bayernliga – ein Meilenstein, der allein schon Gänsehaut verdient. Mit dabei waren Corinna Wirkner, Lara Fink, Laura Valentina Bertram, Maida Stark, Lara Hernandez Issiz, Leonie Schranner und Sofie Limmer. Angeführt und begleitet wurde das Team von den Trainern Stefan Sponer und Sandra Bertram.
Schon der erste Abschnitt zeigte, was an diesem Tag möglich war – und was er verlangen würde. Lara Hernandez Issiz eröffnete mutig und konzentriert, Leonie Schranner setzte mit starken 200 Metern Freistil direkt ein Ausrufezeichen. Sofie Limmer schwamm über 100 Meter Brust schneller als noch bei den Vereinsmeisterschaften, Maida Stark ging ihre ersten 100 Meter Rücken extrem beherzt an und kämpfte sich tapfer durch die zweite Rennhälfte. Lara Fink zeigte über 100 Meter Schmetterling ihre Klasse, blieb unter 1:10 Minuten – und das trotz einer krankheitsbedingt schwierigen Vorbereitung. Laura Bertram belohnte sich mit einer persönlichen Bestzeit über 50 Meter Brust.
Es ging Schlag auf Schlag weiter. Leonie Schranner stellte sich ohne große Pause den 200 Metern Lagen, Corinna Wirkner lieferte über 800 Meter Freistil ein Rennen ab, das man nur mit einem Wort beschreiben kann: Wahnsinn. Konstant, souverän, kontrolliert – ein echtes Statement. Lara Fink schwamm persönliche Bestzeit über 50 Meter Schmetterling, Sofie kämpfte sich mutig durch die 200 Meter Brust, Laura überzeugte über 200 Meter Rücken. Leonie legte mit ihren dritten 200 Metern des Abschnitts – diesmal Schmetterling – noch einmal nach. Spätestens hier war klar: Dieses Team schwimmt nicht, es arbeitet.
Nach dem ersten Abschnitt standen 7.298 Punkte zu Buche – und dennoch war allen bewusst: Der schwerste Teil lag noch vor ihnen.
Der zweite Abschnitt begann ohne Zögern. Sofie zeigte ein starkes Rennen über 100 Meter Lagen, Corinna biss sich durch die nächsten 200 Meter Freistil – nach bereits 800, 50 und 400 Metern zuvor. Laura schwamm ein starkes 100-Meter-Brust-Rennen, Lara Hernandez Issiz überzeugte über 200 Meter Rücken. Leonie setzte über 100 Meter Schmetterling die schnellste Zeit des gesamten zweiten Abschnitts, Sofie meisterte die 50 Meter Brust souverän, Lara Fink brachte die 200 Meter Lagen sicher ins Ziel.
Dann kam ein Moment, der sinnbildlich für diesen Tag stand: Maida Stark stellte sich den 1500 Metern Freistil – und belohnte sich mit einer neuen Bestzeit über 800 Meter um 17 Sekunden und über die volle Distanz sogar um unglaubliche 39 Sekunden. Danach noch 100 Meter Rücken? Ja. Und wie. Corinna kämpfte sich durch die 200 Meter Schmetterling nach einem schier endlosen Tagesprogramm, Laura schwamm Bestzeit über 50 Meter Schmetterling, Lara Hernandez Issiz über 200 Meter Brust. Lara Fink zeigte ein starkes 50-Meter-Freistil-Rennen, Laura überzeugte über 50 Meter Rücken. Am Ende schwamm Maida noch die 400 Meter Freistil – irgendwann sind auch die stärksten Beine leer. Lara Fink gewann zum Abschluss ihren Lauf über 100 Meter Freistil. Ein letztes Aufbäumen. Ein letzter Kraftakt.
Sportlich wurde das Abenteuer Bayernliga an diesem Tag leider ein kurzer Ausflug. Zu viele Ausfälle, zu viele krankheitsbedingte Lücken ließen sich am Ende nicht kompensieren. Und doch bleibt die Überzeugung: Dieses Team gehört in diese Liga. Mit vollständiger Besetzung und gesunder Vorbereitung liegt das Potenzial deutlich höher – vielleicht sogar in Richtung eines sicheren Mittelfeldplatzes. Der Blick geht nach vorne. Die Landesliga wartet. Und eines ist jetzt schon klar: Bayernliga 2027 ist kein Traum, sondern ein Ziel.
Was bleibt, ist größter Respekt. Für jede einzelne Schwimmerin, die an diesem Tag über ihre eigenen Grenzen hinausging. Für jede Bahn, die trotz brennender Lunge geschwommen wurde. Für diesen Teamgeist, der sich nicht in Tabellen abbilden lässt. Die DMS 2025 haben gezeigt, was Mannschaft bedeutet. Und genau das macht stolz.

