Bayerncup im Freiwasser

Zwischen Karpfen, Muscheln und Vereinsrekord 

Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, zieht es tausende Menschen an Seen, Flüsse und Badeseen. Doch was für viele nach Erholung aussieht, birgt auch Risiken. Jahr für Jahr ereignen sich zahlreiche Badeunfälle, häufig verursacht durch eine falsche Selbsteinschätzung der eigenen Schwimmfähigkeit oder die ungewohnten Bedingungen im offenen Wasser. Denn anders als im Hallenbad gibt es keine Bahnleinen zur Orientierung, keinen festen Beckenboden und oft auch keine gleichbleibenden Bedingungen. Strömungen, Wellen oder einfach die schiere Weite eines Sees machen das Schwimmen im Freiwasser zu einer ganz besonderen Herausforderung.

Wie anspruchsvoll, aber auch faszinierend diese Disziplin sein kann, erlebten acht Schwimmerinnen und Schwimmer der Fürstenfeldbrucker Wasserratten beim Bayerncup im Freiwasser am 25. Juli im Burghauser Wöhrsee. Statt der gewohnten 50-Meter-Bahnen warteten mehrere Kilometer durch den See – immer mit dem nächsten Bojenziel vor Augen und der Natur als ständiger Begleiter.

Für die Wasserratten gingen Francisco Makiyama Dantas, Louisa Lehmann, Felix Meurer, Luana Link, Lara Hernandez Issiz und Benedikt Wier aus der Leistungsgruppe 2, Maida Stark aus der Leistungsgruppe 1 sowie Marcel Lehmann aus der Masters-Mannschaft an den Start.

Die Bedingungen hätten dabei kaum besser sein können. Angenehme Wassertemperaturen, hervorragende Wasserqualität und strahlender Sonnenschein sorgten für einen perfekten Wettkampftag. Nur die neugierigen Karpfen und die zahlreichen Muscheln am Seegrund erinnerten die Teilnehmer immer wieder daran, dass sie sich diesmal nicht im Hallenbad befanden.

Sechs der acht Brucker Athletinnen und Athleten wagten sich direkt an die längste ausgeschriebene Strecke über fünf Kilometer. Eine Distanz, die nicht nur eine hervorragende Ausdauer verlangt, sondern auch Konzentration, Orientierung und die Fähigkeit, den eigenen Rhythmus über mehr als eine Stunde aufrechtzuerhalten. Anders als im Becken gibt es im Freiwasser kaum Momente zum Durchatmen – jede Boje muss sauber angesteuert, jede Kraftreserve sinnvoll eingeteilt werden.

Für das sportliche Highlight sorgte Maida Stark. Die 16-Jährige schwamm die fünf Kilometer in starken 1:14:45,12 Stunden und stellte damit einen neuen Vereinsrekord auf. Die bisherige Bestmarke unterbot sie dabei um mehr als drei Minuten – ein beeindruckender Beleg für ihre kontinuierliche Entwicklung in den vergangenen Monaten.

Doch nicht nur der Vereinsrekord sorgte für zufriedene Gesichter. Auch die übrigen fünf Langstreckenschwimmer bewiesen großen Kampfgeist und erreichten das Ziel nach 90 bis 110 Minuten. Gerade auf einer so langen Strecke zählt nicht nur das Tempo, sondern vor allem Durchhaltevermögen, eine kluge Renneinteilung und der Wille, bis zum letzten Meter weiterzuschwimmen. Entsprechend groß war die Freude, als nach und nach alle Wasserratten das Ziel erreichten.

Mit dem Bayerncup endete für viele Aktive der letzte Wettkampf der Saison. Gleichzeitig zeigte der Tag eindrucksvoll, dass Schwimmen weit mehr ist als das Zurücklegen von Bahnen im Hallenbad. Wer sich sicher im offenen Wasser bewegen kann, gewinnt nicht nur sportliche Erfahrungen, sondern auch Fähigkeiten, die im Ernstfall Leben retten können. Dass die Fürstenfeldbrucker Wasserratten diese Herausforderung mit Begeisterung annehmen, bewiesen sie im Burghauser Wöhrsee auf eindrucksvolle Weise.

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