Freibadfeeling in Rosenheim
Mal brannte die Sonne auf das Becken, mal peitschten Wind und Regen über die Bahnen. Die Oberbayerischen Jahrgangsmeisterschaften in Rosenheim verlangten den Schwimmerinnen und Schwimmern an diesem Wochenende einiges ab. Für die 28 qualifizierten Wasserratten der Jahrgänge 2008 bis 2017 wurde der Saisonhöhepunkt auf oberbayerischer Ebene damit zu einer echten Bewährungsprobe.
Nach einem Jahr Pause kehrten die Meisterschaften wieder an ihren traditionellen Austragungsort zurück. Allein die Qualifikation von 28 Aktiven unterstreicht die erfolgreiche Nachwuchs- und Leistungsarbeit der Fürstenfeldbrucker Wasserratten, denn bei den Oberbayerischen Meisterschaften starten ausschließlich die besten Schwimmerinnen und Schwimmer ihres Jahrgangs.
Schon beim Betreten des Freibads war die Brucker Mannschaft kaum zu übersehen. Die Pavillons mit dem großen Vereinswappen am Beckenrand machten deutlich, dass die Wasserratten mit einer starken Mannschaft angereist waren. Während der Samstag noch ideale Wettkampfbedingungen bot, wurde es am Sonntag deutlich ungemütlicher. Kräftiger Gegenwind auf den Rückbahnen kostete wertvolle Sekunden und stellte alle Athletinnen und Athleten vor zusätzliche Herausforderungen. Und als wäre das nicht genug, sorgte der traditionell hinter der Startbrücke angeheizte Grill ab Mittag für den einen oder anderen scherzhaften Konzentrationstest.
Davon ließen sich die Wasserratten jedoch nicht beeindrucken. Der Medaillenspiegel spricht für sich: Alissa Rose (Jahrgang 2010) war mit zwei Oberbayerischen Meistertiteln, vier Silber- und einer Bronzemedaille die erfolgreichste Brucker Schwimmerin. Ebenfalls zweimal Gold gewann Elion Wu (Jahrgang 2014), der zusätzlich eine Silber- und eine Bronzemedaille mit nach Hause nahm. Carolin Neumaier (Juniorinnenwertung) sicherte sich den Titel über 100 Meter Schmetterling und komplettierte ihre Bilanz mit Silber und Bronze.
Ein besonderes Ausrufezeichen setzte Tymofii Osypenko (Jahrgang 2010). Über 100 Meter Brust gewann er nicht nur den Oberbayerischen Meistertitel in starken 1:12,10 Minuten, sondern verbesserte gleichzeitig den seit 2019 bestehenden Vereinsrekord von Felix Mende um knapp zwei Zehntelsekunden. Hinzu kamen ein weiterer Meistertitel sowie zwei Bronzemedaillen.
Auch Lara Hernandez Issiz (Jahrgang 2014), Francisco Makiyama Dantas (Jahrgang 2012), Nele Albrecht (Jahrgang 2015), Luisa Janicki (Jahrgang 2009), Lilli Lockau (Juniorinnenwertung) und Franka Hof (Jahrgang 2011) trugen mit zahlreichen Medaillen maßgeblich zum starken Gesamtergebnis der Wasserratten bei und bestätigten die geschlossene Mannschaftsleistung eindrucksvoll.
Entsprechend zufrieden zeigte sich das Trainerteam um Niklas Biesold, Nadine Kluge und Vinzenz Stark. Besonders beeindruckt zeigten sich die Trainer vom Umgang ihrer Schützlinge mit den schwierigen äußeren Bedingungen. Wind, Regen und lange Wettkampftage gehören zum Freibad dazu – umso bemerkenswerter waren die vielen starken Leistungen, Bestzeiten und Medaillen.
Mit viel Selbstvertrauen richtet sich der Blick nun auf den nächsten Saisonhöhepunkt. Mitte Juli stehen die Bayerischen Meisterschaften in Würzburg an. Dort wartet zwar erneut die 50-Meter-Bahn – diesmal allerdings unter einem Hallendach. Gegenwind wird dort also höchstens noch im Wasser entstehen.


