– Finale, Vereinsrekorde und Bronze auf zweithöchster nationaler Ebene
Wenn sich die besten Schwimmerinnen und Schwimmer Süddeutschlands treffen, geht es längst nicht mehr nur um regionale Titel. Die Süddeutschen Meisterschaften zählen direkt hinter den Deutschen Meisterschaften zur höchsten nationalen Wettkampfebene und gelten als Bühne für Deutschlands stärkste Nachwuchs- und Leistungsschwimmer:innen. Genau dort präsentierten sich die Fürstenfeldbrucker Wasserratten vom 22. bis 24. Mai im Stuttgarter Sportbad NeckarPark in beeindruckender Form.
Mit Leonie Schranner, Alissa Rose, Tymofii Osypenko, Franka Hof, Carolin Neumair, Luisa Janicki und Maida Stark war die Leistungsgruppe 1 gemeinsam mit Trainer Stefan Sponer vertreten – und zeigte über drei intensive Wettkampftage hinweg starke Leistungen, Teamgeist und große Wettkampfhärte.
Bereits am ersten Wettkampftag setzte das Team deutliche Ausrufezeichen. Alissa Rose bestätigte über 50 Meter Rücken in starken 32,98 Sekunden erneut ihre Konstanz auf dieser Strecke. Die Schöngeisingerin kratzt seit Wochen immer wieder an der nächsten Zeitenschallmauer – und auch diesmal fehlte nur ein kleiner Schritt.
Für einen besonderen Moment sorgte Carolin Neumair. Die Olchingerin schwamm über 50 Meter Schmetterling auf Platz drei und sicherte sich damit eine Bronzemedaille bei den Süddeutschen Meisterschaften – ein herausragender Erfolg auf diesem Niveau.
Doch auch Leonie Schranner sorgte einmal mehr für Aufsehen. Über 50 Meter Schmetterling schwamm die Fürstenfeldbruckerin in 29,38 Sekunden nicht nur persönliche Bestzeit, sondern stellte gleichzeitig einen neuen Vereinsrekord auf und qualifizierte sich souverän für das Finale. Nur rund 20 Minuten später folgte bereits der nächste starke Auftritt über 100 Meter Freistil.
Den Schlusspunkt des ersten Tages setzte die 4×200 Meter Freistil Staffel mit Schranner, Maida Stark, Luisa Janicki und Rose. Das Quartett blieb in 9:35,53 Minuten deutlich unter der kalkulierten Zeit und zeigte eindrucksvoll, wie stark sich die Brucker Damenstaffeln inzwischen auch auf nationaler Ebene präsentieren.
Auch der zweite Wettkampftag brachte starke Rennen und emotionale Momente. Franka Hof glänzte über 50 Meter Brust mit einer deutlichen Bestzeit von 36,97 Sekunden und gewann ihren Lauf souverän. Die Estingerin zeigte dabei ein Rennen, das vor allem durch Mut und Konsequenz beeindruckte. Tymofii Osypenko erwischte über 50 Meter Brust zwar nicht ganz den erhofften Start, bewies jedoch einmal mehr Kampfgeist auf großer Bühne.
Das Highlight des Tages folgte am Abend: Schranner stand erstmals in einem Finale bei Süddeutschen Meisterschaften. Und die 22-Jährige lieferte eindrucksvoll ab. In 29,32 Sekunden verbesserte sie ihren erst wenige Stunden alten Vereinsrekord erneut und schwamm auf einen starken sechsten Platz. Für die Wasserratten bedeutet allein eine Finalteilnahme auf dieser Ebene bereits einen außergewöhnlichen Erfolg.
Auch die 4×100 Meter Freistil Staffel mit Schranner, Stark, Janicki und Rose überzeugte. Platz 12 sowie mehrere persönliche Bestzeiten unterstrichen die geschlossene Mannschaftsleistung der Bruckerinnen.
Am dritten Wettkampftag zeigte Schranner erneut ihre enorme Belastbarkeit. Über 100 Meter Schmetterling blieb sie mit 1:07,30 Minuten fast eine Sekunde unter ihrer Zeit vom März. Über 200 Meter Freistil verpassste sie mit einem mutigen Rennen in 2:22,19 Minuten leider die angepeilte Zeit von 2:22,22.
Während Rose über 50 Meter Freistil nur knapp an ihrer Bestzeit vorbeischwamm, setzte Osypenko mit starken 27,10 Sekunden über dieselbe Strecke einen gelungenen Schlusspunkt unter sein Wochenende. Schranner beendete ihr Wettkampfwochenende in einer 28,92, einer soliden Leistung nach drei vollen Tagen.
Zum emotionalen Abschluss stand die 4×100 Meter Lagen Staffel auf dem Programm. Rose eröffnete über Rücken, Hof sprang über Brust ins Wasser, Schranner übernahm Schmetterling und Janicki brachte die Staffel auf der Freistilstrecke ins Ziel. In 4:48,97 Minuten fehlte am Ende nur wenig zum neuen Vereinsrekord. Besonders beeindruckend: Hof steigerte ihre Bestzeit über 100 Meter Brust um fast fünf Sekunden – ein Leistungssprung, der selbst auf diesem Niveau selten ist.
Am Ende stand ein Wettkampfwochenende, das für die Wasserratten weit mehr bedeutete als nur Zeiten und Platzierungen. Finale, Vereinsrekorde, eine Süddeutsche Medaille und starke Staffelauftritte zeigen eindrucksvoll, dass sich die Leistungsgruppe 1 inzwischen auch auf nationaler Ebene behaupten kann.
Trainer Stefan Sponer zog deshalb ein entsprechend positives Fazit: „Darauf können wir als Trainingsgruppe, Trainerteam und Verein sehr stolz sein. Die Süddeutschen Meisterschaften zeigen, wie hoch die Qualität dort inzwischen ist. Genau deshalb sind solche Leistungen für uns enorm wertvoll.“
Und gleichzeitig wurde sichtbar: Die Reise der Wasserratten auf nationaler Ebene hat gerade erst begonnen

