Mit Vollgas in die neue Saison – Wasserratten brechen auf den Bayerischen Meisterschaften gleich mehrere Vereinsrekorde
Gerade einmal zwei Wochen ernsthaftes Training lagen hinter den Fürstenfeldbrucker Wasserratten, als bereits die erste große Standortbestimmung der neuen Saison wartete. Bei den Bayerischen Kurzbahnmeisterschaften am 10. und 11. Oktober in Regensburg ging es für die Brucker deshalb weniger darum, schon in absoluter Topform zu sein. Vielmehr sollte sich zeigen, was von der vergangenen Saison geblieben ist – und wo die Reise in den kommenden Monaten hingehen kann.
Die Voraussetzungen dafür hätten kaum besser sein können. In der brandneuen Regensburger Schwimmhalle traf Bayerns Spitze auf der 25-Meter-Bahn zusammen. Qualifiziert hatten sich die Wasserratten noch mit ihren Leistungen aus der vergangenen Saison. Für Alissa Rose, Leonie Schranner, Tymofii Osypenko, Luisa Janicki, Lara Hernandez Issiz, Maida Stark und Franka Hof bedeutete das einen frühen Sprung zurück ins Wettkampfgeschehen.
Und schon am ersten Tag wurde deutlich: Die kurze Vorbereitungszeit sollte kein Hindernis sein.
Osypenko eröffnete die Saison mit einer neuen persönlichen Bestzeit, Rose blieb über 100 Meter Freistil nur knapp über ihrer Bestmarke und auch Schranner überzeugte bei gleich drei Einzelstarts. Lara Hernandez Issiz, eine der jüngeren Brucker Teilnehmerinnen, zeigte ebenfalls, dass sie auf Bayernebene angekommen ist.
Das erste große Ausrufezeichen setzte allerdings das Quartett über 4×50 Meter Lagen. Rose eröffnete die Staffel in 32,94 Sekunden, Franka Hof übernahm auf Brust in 35,91 Sekunden, Schranner schwamm die Schmetterlingsstrecke in 28,96 Sekunden und Janicki brachte die Staffel mit 28,63 Sekunden Freistil ins Ziel. 2:05,99 Minuten bedeuteten einen neuen Vereinsrekord. Die bisherige Kurzbahn-Bestmarke von 2:08,25 Minuten stammte noch aus dem Jahr 2019.
Wenig später fiel bereits der nächste Rekord. In der gemischten 4×50-Meter-Freistilstaffel schwammen Trainer Niklas Biesold (26,14), Osypenko (25,83), Rose (28,05) und Schranner (27,37) gemeinsam 1:47,39 Minuten. Damit unterboten sie den seit 2019 bestehenden Vereinsrekord um 41 Hundertstelsekunden.
Für Trainer Stefan Sponer war dabei nicht nur die Anzeigetafel entscheidend. „Super stolz auf das Team heute hier in Regensburg. So gehen wir alle mit Schwung und viel Selbstbewusstsein in die kommenden Wochen. Eine starke Trainingsgruppe ist das Wichtigste für uns alle“, fasste er den ersten Wettkampftag zusammen.
Doch eine Bayerische Meisterschaft entscheidet sich nicht nur dann, wenn Beine und Kopf noch frisch sind. Gerade der zweite Wettkampftag gehört zu den Erfahrungen, die sich im Training nur schwer simulieren lassen. Jeder weitere Start kostet Energie und Konzentration, während die Belastungen des Vortages längst in Muskeln und Kopf angekommen sind.
Genau diese Wettkampfhärte galt es am Sonntag zu zeigen.
Und einer hatte sich dafür etwas Besonderes vorgenommen. Über 50 Meter Brust durchbrach Tymofii Osypenko erstmals die 30-Sekunden-Marke. Bereits im Vorlauf schlug der 16-Jährige nach 29,76 Sekunden an und stellte damit einen neuen Vereinsrekord auf. Als Fünfter qualifizierte er sich für das Finale – und legte dort noch einmal nach: 29,61 Sekunden. Wieder Vereinsrekord.
Auch bei den übrigen Wasserratten stimmte der Einsatz. Hernandez Issiz überzeugte über 50 Meter Rücken in 33,96 Sekunden. Maida Stark und Luisa Janicki lieferten gute Rennen in deutlicher persönlicher Bestleistung in der 4×50-Meter-Freistilstaffel ab. Gerade für sie sowie Franka Hof bestand eine besondere Herausforderung darin, mit nur einem Staffelstart am jeweiligen Tag auf den Punkt Leistung abzurufen: langes Warten, ein einziges Rennen – und keine zweite Chance.
Rose und Schranner mussten dagegen das andere Extrem bewältigen: zahlreiche Einzel- und Staffelstarts über beide Tage hinweg. Schranner erreichte zum Abschluss sogar noch das Finale über 100 Meter Schmetterling.
Wie wenig Zeit zum Erholen auf diesem Niveau bleibt, zeigte schließlich die letzte gemischte Lagenstaffel. Nur etwa zweieinhalb Minuten nach ihrem Schmetterlingsfinale stand Schranner bereits wieder für die Wasserratten bereit. Gemeinsam mit Rose, Osypenko und Biesold stellte sie sich ein letztes Mal der Konkurrenz – ein Abschluss, der weniger von frischen Muskeln als von Wettkampfhärte und Teamgeist geprägt war.
Nach zwei langen Tagen blieb damit vor allem eine Erkenntnis: Die Saison hat gerade erst begonnen. Trotzdem stehen bereits mehrere Vereinsrekorde, Finalteilnahmen und starke Einzelleistungen in den Büchern. Noch wichtiger dürfte für das Trainerteam jedoch gewesen sein, wie geschlossen die Mannschaft schon zu diesem frühen Zeitpunkt auftrat.
Nach nur zwei Wochen regulären Trainings ist die Form noch lange nicht dort, wo sie im Laufe der Saison sein soll. Aber Regensburg hat bereits gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt.

